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Der Tote im Keller
„Die Silberzwiebeln“ zeigen mit „Septembernebel“ eine Krimi-Persiflage
Von Claudia v. Dehn
Kassel. Männer kommen nicht vor in dem neuen Stück "Septembernebel", das die Senioren-Theater- gruppe "Die Silberzwiebeln" selbst erarbeitet hat und im Kulturhaus Dock 4 präsentierte.Jedenfalls nicht auf der Bühne. Und doch kreist die amüsante Handlung der Krimi-Persiflage für acht Damen um sie.
Da ist der unbekannte Schafzüchter, mit dem sich die unvorstellbar naive Farmerstochter Kate Moss (Christa Paul) aus Schottland, die nicht weiß, was ein Model ist, zu Schafsball nach London verabredet hat. Im selben Hotel in Hamstead, in dessen Foyer die verwickelten Handlungsstränge zusammenlaufen, übernachtet auch die greise Hilde Zille aus Berlin (Edith Norrmann) auf der Suche nach dem verlorenen Geliebten aus der Nachkriegszeit, einem englischen Fliegeroffizier. Und dann ist da noch der Hotelbesitzer, der einen Tag zu früh stirbt, um den Betrieb vertragsgemäß der guten Seele des Gästehauses, Claire (Christina Hunold), übergeben zu können, und der daraufhin im Keller „zwischengelagert“ wird. „Arsen und Spitzenhäubchen“ lassen grüßen.
Arzt und Polizisten – auch sie nur virtuell vorhanden – sind selbstverständlich zu oberflächlich und unaufmerksam, um die Täuschung zu bemerken. Was sich sonst noch an Urlauberinnen und Dauergästen in diesem Hotel versammelt, könnte skurriler nicht sein. Da ist Rose Fellington (Rose Kaschubowski), schrill-bunt mit rotem Haarband und Laura-Ashley-Rock, die stets begütigend zur Krisenbewältigung eingreift. Die nach vierzig Jahren in den Ruhestand gegangene Lehrerin Maggie Phillipson aus Cornwall (Margarete Hallaschka mit viel britischem Flair) näselt arrogant in Gesellschaft und säuselt verliebt ins Telefon, wenn sie heimlich den verwitweten Pfarrer anruft.
Iris Jackson, eine Dame von Welt (Lilli Stuhr), kommt zu früh zum Bridgeturnier und sorgt für Aufruhr, als eins ihrer wertvollen Schmuckstücke verschwindet. Sarah Hammerstein, die Schmuckexpertin (Ingrid Pietsch), kann dieses Rätsel lösen, nachdem eine Seance nicht viel geholfen hat, und Florence Middlethorpe (Hannelore Gürge) gibt sich lustvoll den Qualen der Schönheitschirurgie hin.
Und immer wieder gibt es Tee, manchmal auch „Medizin“(Sherry). Da kann das Happy End nicht ausbleiben. Gabriela Ortega Sanchez inszenierte mit Schwung die heitere Szenenfolge, die viel Beifall fand.
Informationen: Stadtteilzentrum Agathof Tel. 0561 57 24 82 oder www.Agathof.de
Quelle: Artikel vom 09.11.2007


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