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Grußwort von Herrn Bertram Hilgen - Oberbürgermeister der Stadt Kassel
20 Jahre Stadtteilzentrum Agathof
Samstag, 19.08.2011, 13 Uhr
Es gilt das gesprochene Wort.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
sehr geehrter Herr Ortsvorsteher Schäfer,
sehr geehrte Nutzergemeinschaft des Stadteilzentrums Agathof,
sehr geehrter Herr Dr. Kipp,
sehr geehrte Frau Bednorz,
20 Jahre Stadtteilzentrum Agathof – ein schönes Jubiläum, zu dem ich im Namen der Stadt Kassel, aber auch ganz persönlich die herzlichste Gratulation überbringen darf.
Was hier im Stadtteilzentrum in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten – wobei die Anfänge ja eigentlich noch einiges weiter zurückreichen - entstanden ist, ist es mehr als wert gebührend gefeiert zu werden.
Denn, verehrte Gäste, das Haus im Herzen des Stadtteils Bettenhausen steht für beispielhafte Senioren- und Generationenarbeit, für vorbildliches bürgerschaftliches Engagement und Eigeninitiative und für ein Stück lebendige stadtgesellschaftlich Kultur und Teilhabe, wie man sie sich besser kaum wünschen kann.
Das Zentrum war in den ereignisreichen und bewegten Jahren seines Bestehens immer wieder Pionier und Vorreiter, Motor und Kristallisationspunkt. Die Initatoren waren dabei immer wieder mutig genug, neue Wege zu gehen und Neuland zu betreten. Und: Immer wieder wurde das, was hier entstand, was hier ausprobiert, umgesetzt und entwickelt wurde, für andere zum Vorbild.
Vieles von dem, was unsere aktuellen Diskussionen bestimmt – Stichwort Demografischer Wandel, Stichwort Integration, Bürgergesellschaft, Dialog der Generationen – wurde im Stadtteilzentrum Agathof lange vor der Zeit mit großer Selbstverständlichkeit und viel Engagement praktiziert und konkret gelebt.
Sage und schreibe 64 verschiedene Gruppen mit wöchentlich regelmäßig 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nutzen und bespielen das Haus, 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer organisieren den ganz überwiegenden Teil der aktiven Gruppen und der thematische Bogen spannt sich dabei über künstlerische, musische, kulturelle und sportliche bis hin bildungs- und gesundheitsorientierten Angeboten.
In Breite und Qualität spiegeln sich hierin das heute stark gewandelte Selbstverständnis und das neue Selbstbewusstsein unserer älteren Generation.
Menschen im sogenannten dritten Lebensabschnitt, Menschen also, deren Familien – und Berufsarbeit weitgehend abgeschlossen ist, haben heute richtigerweise genaue Vorstellungen davon, wie sie neugewonnene Freiheiten nutzen wollen, wie sie ihre Zeit sinnstiftend, den eigenen Neigungen entsprechend ausfüllen und gestalten wollen.
Selbstbestimmtheit, Eigeninitiative, bürgerschaftliche Verantwortlichkeit für sich, für andere und das nachbarschaftliche Gemeinwohl, Kreativität und die Lust am Miteinander – all dies sind Beweggründe, für ältere Mitbürger, sich in vielfältiger Art und Weise einzubringen.
Gewinner sind dabei nicht nur die älteren Menschen selbst, vielmehr profitieren wir alle, der Stadtteil, die gesamte Stadtgesellschaft von dieser Mitwirkung – kaum irgendwo ließe sich dies beispielhafter nachvollzieht als am Stadtteilzentrum Agathof. Viele Beispiele ließen sich hier nennen, stellvertretend herausgreifen möchte ich das Projekt „Erinnerungen im Netz“. Das Bewahren und Sichtbarmachen der Stadtteilgeschichte ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Identität und des Zusammenhalts der Menschen im Kasseler Osten, für Jung und Alt, für die Alteingesessene und neu hinzugekommen Mitbürger gleichermaßen.
Verehrte Jubiläumsgäste,
das Stadtteilzentrum Agathof blickt auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit. Das Haus ist Ort der Begegnung, ein Ort an dem Talente, Engagement und solidarischer Gemeinsinn zusammenfließen und in Ergebnis und Wirkung so vieles mehr sind als die Summe der einzelnen Teile.
Verehrte Festgäste,
dass sich ein solches Projekt über Jahre und Jahrzehnte nicht nur aus sich heraus entwickelt, dass es – gerade bei der Fülle der Nutzungen und Nutzer, der Aktivitäten und Initiativen – einer ordnenden und mitunter auch lenkenden Hand bedarf, ist offensichtlich.
War es zum Beginn – und der reicht ja bereits zurück in die achtziger Jahre – vor allem Angelika Trilling, die für die maßgeblichen konzeptionellen, strukturellen und auch innovativen Weichenstellungen verantwortlich zeichnete, so war es in den letzten beiden Jahrzehnten natürlich vor allem die heutige Leiterin des Hauses, Marianne Bednorz, die mit unglaublicher Energie, Kreativität, einem sprichwörtlichem Organisationstalent und großer Durchsetzungsfähigkeit die Geschicke der Einrichtung gelenkt hat. Nimmermüde Impuls- und Ideegeberin, Moderatorin, Managerin, Vermittlerin, Organisatorin – als Leitung eines solchen Hauses muss man wirklich ein Multi-Talent sein und in diesem Sinne ist Marianne Bednorz genau die richtige Frau auf dem richtigen Platz.
Gebe es Sie nicht, sehr geehrte Frau Bednorz, man müsste Sie erfinden.
Ein weiterer Dank gilt natürlich dem Stadtteilzentrum Agathof e.V., stellvertretend Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Kipp als langjährigem Vorsitzendem.
Es ist eine der Besonderheiten, die das Zentrum auszeichnen, dass es sich in bürgerschaftlich getragener Verantwortlichkeit befindet und dort auch bestens aufgehoben ist.
Die Stadt leistet – in der HNA waren die Zahlen dieser Tage nachzulesen – rund 130 000 Euro Zuschuss für Betrieb und Gebäudemiete, will jedoch nicht und braucht auch nicht in die laufende Arbeit des Hauses einzugreifen.
Die Kommune stellt den Rahmen und ermöglicht und die Bürger machen - in eigener Regie und eigener Verantwortlichkeit – auch das ist mit Blick auf die Zukunft unserer Gemeinwesen sicherlich beispielgebend.
Damit komme ich zu einem letzten Dank an die, das Stadtteilzentrum mit Leben und Vielfalt füllen – nämlich die Nutzerinnen und Nutzer und die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die hier mit ihren Gruppen, Vereinen und Initiativen unter dem gemeinsamen Dach zuhause sind.
Ihnen allen Dank, dass Sie das Haus zu dem gemacht haben, was es heute ist: innerhalb eines lebens- und liebenswürdigen Stadtteils ein Leuchtturm mit großer Strahlkraft.
Die Entwicklung des Hauses ist, denke ich, ein immerwährender Prozess.
Veränderung und Wandel gehören zu einer Stadtgesellschaft und sie spiegeln sich dabei folgerichtig auch im Profil und in der Ausrichtung eines lebendigen, an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen orientierten Hauses wieder.
Ich wünsche dem Haus und seinen Nutzern, dass es gelingen mag, auch in der Zukunft so nahe und mitten unter den Menschen zu sein und die Generationen und den Stadtteil zusammenzuführen.
Dabei Ihnen allen weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen.
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