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Musik vereint die Menschen
Bardenclub im Stadtteilzentrum Agathof feiert zehnjähriges Bestehen.
Der „Bardenklub“ ist eine der russischsprachigen Gruppen im Agathof. Jedes Jahr organisiert dessen Leiter Semen Kats etwa zehn Konzerte. Mitglieder der Gemeinde treffen sich mit bekannten Barden aus Russland, Deutschland, Israel. Zu diesen Treffen kommen nicht nur Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, sondern auch viele deutsche Kasseler. Eine von ihnen, Margot Wagner, die fast jedes Konzert erlebt, sagt: „Ich spreche nicht Russisch, aber ich verstehe die Bardenlieder, es ist ein Geschenk von Gott, ein Barde zu sein.“
Im April beging der Bardenklub sein zehnjähriges Jubiläum, das am 3. Mai gefeiert wurde. Zum Jubiläumskonzert mit Galina und Boris Vajchanski, Solisten der Staatlichen Philharmonie Weißrusslands, wurden auch die deutschen Gruppen im Agathof eingeladen.
Boris ist ein bekannter Dichter, Komponist und Sänger, seine Frau Galina ist professionelle Musikerin. 1980 gründeten die beiden ein Duo, seitdem gastieren sie in vielen Städten der UdSSR und anderen Ländern. Jedes Jahr wird das Duo nach Deutschland eingeladen. Deshalb gibt es im Repertoire viele Lieder in deutscher Sprache. Boris übersetzt die Werke russischer Liedermacher entweder selbst oder er sucht Übersetzungen bekannter deutscher Autoren wie Wolf Biermann oder Klaus Hoffmann.
So erklangen im Programm „Silberne Uhren“ neben Liedern berühmter russischer Barden auch Stücke in deutscher Sprache. Außerdem trug das Duo eigene Lieder vor. Boris Vajchanski vertonte auch Gedichte ausländischer Dichter und übersetzte sie ins Russische, etwa Texte von Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn.
Das Duo sang im Agathof auch ein Lied auf jiddisch, dessen Autor Mordechai Gebirtig im Warschauer Ghetto ums Leben kam. Das Lied gab einem anderen Programm des Duos den Namen: „Lieder des goldenen Landes“. Es wurde am 4. Mai in der Gemeinde aufgeführt.
Bei seinem Auftritt im Agathof stießen die Lieder auch bei den deutschen Zuhörern auf ein begeistertes Echo. „Diese Lieder gingen mir sehr nahe“.
Larysa Chernina
Quelle: Artikel vom 01.07.2008
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