erstellt von der Gruppe "Bettenhausen früher und heute":
„Denk' ich an Deutschland“ - Teil 1 -
April 1990
Diesen Beitrag hat der Arbeitskreises „Bettenhausen früher und heute“ erarbeitet, weil der Bertelsmann Club, Gütersloh, ein authentisches Zeitdokument erstellen wollte mit den Gedanken, Befürchtungen der Menschen in Ost und West. Das vorgegebene Thema war: „Denk ich an Deutschland“
DENKEN WIR AN DEUTSCHLAND...
Wir - das ist ein Gesprächskreis in Kassel-Bettenhausen, einem alten Industriestadtteil.
Wir sind zwischen 63 und 81 Jahre alt. Wir waren als kaufmännische Angestellte, Drogistin, Hausfrau, Mutter, Selbständige, Gastwirt, Dreher, Landwirtin, Technischer Amtsinspektor tätig.
Wir sind noch lange nicht so abgeklärt, daß wir keine Ängste und Befürchtungen mehr hätten. Aber wir klären unsere Fragen ab.
Was ist eigentlich deutsch?
Dichter und Denker oder Richter und Henker?
Das erstere, wenn wir uns unserer geographischen Lage entsprechend verhalten und uns offenhalten für vielfältige Anregungen aus allen Richtungen. Das letztere, wenn wir uns abschließen und zumachen und uns reinrassig halten wollen.
Wie werden wir mit unseren Ängsten vor Überfremdung fertig?
Brauchen wir nicht eine allgemeine Sprache, um uns mit dem Fremden vertraut zu machen und uns mit den Fremden zu verständigen?
Oder liegt nicht gerade in der unendlichen Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen der eigentliche Reiz des Lebens?
Wir haben uns entschieden, dem Gedanken von der unendlichen Verschiedenheit die Idee der absoluten Gleichwertigkeit aller Menschen an die Seite zu stellen.
Und damit glauben wir, einen Schlüssel zur Lösung von Fragen in Händen zu halten, die das Überleben unserer Welt berühren.
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